Eschweiler hat keinen Platz für Rassismus

Eschweiler hat keinen Platz für Rassismus

Fast täglich fahre ich an den Ortseingangsschildern von Eschweiler vorbei und lese darauf „Eschweiler hat keinen Platz für Rassismus“. Gut, gegen Rassismus muss man natürlich sein. Ist ja schließlich politisch korrekt. Und vielleicht hat Eschweiler wirklich ein Problem mit Rassisten. Trifft sich da heimlich der Eschweiler Ku-Klux-Klan am Schwarzen Berg und verbrennt Holzkreuze (eventl. unter Missachtung der Brandgefahr wegen der dort herumliegenden Kohle)? Gibt es vielleicht eine Verschwörung der Eschweiler Mächtigen gegen alle Nicht-Weißen, denen die Bürger Eschweilers ein klares „Nein“ entgegenschleudern müssen? Da muss irgendetwas an mir vorbei gegangen sein… Aber das lässt sich ja komfortabel im Internet recherchieren.

Und ja, Google sei Dank gibt es schnell die Aufklärung:

Wir sind in 2000 ausgezeichnet worden, weil der Eschweiler Stadtrat gegen Rassismus ist (http://www.eschweiler.de/city_info/webaccessibility/index.cfm?region_id=437&waid=458&design_id=0&modul_id=33&record_id=49370).

Na das war doch mal mutig vom Stadtrat und sicherlich dringend nötig, sich den Diskriminierern und Rassisten in unserer Stadt entgegen zu stellen und Eschweiler zum Geltungsgebiet des Grundgesetzes zu erklären. Hoffentlich hat sich unser Stadtrat damit nicht Gefahren für das eigene Leib und Leben ausgesetzt!

Aber da werde ich doch noch fündig. 2007 gab es „Nazi-Parolen und Hakenkreuze sowie die rechtsextremen Schmierereien an der Bushaltestelle ‚Schwarzer Weg‘ in Scherpenseel“. (http://www.vorwaerts.de/artikel/eschweiler-hat-keinen-platz-rassismus).

Ich wusste gar nicht, dass es so schlimm um unsere Stadt steht. Schmierereien an Bushaltestellen in Scherpenseel… Wer hätte das gedacht! Das ist widerlich, aber Vandalismus an Bushaltestellen, die kann man fast täglich am Jägerspfad bewundern. Die GSG 9 würde ich da aber denn doch nicht einsetzen wollen…

Vielleicht sollten wir gleich Ortseingangsschilder aufstellen, auf denen das, wogegen Eschweiler ist, alle 5 Sekunden in einem Laufband wechselt. Ich könnte da z.B. dies vorschlagen.

„Eschweiler hat keinen Platz für …“ „Kinderschänder“ … „Diskriminierer“ … „Frauenbelästiger“ … usw. usf. Muss natürlich alles politisch korrekt sein.

Oder wagen wir mehr? Z.B. … „Verschwender von Steuergeldern“ (siehe das bombastische Rathaus für unsere hoch verschuldete Stadt), … „inkompetente Kommunalpolitiker“ (siehe unser „Schmuckstück“ City-Center), … „Geldverschwender“ (Eschweiler hat aktuell ca. 160 Mio € Schulden; das sind knapp 3000 € pro Person).

Aber ich gebe noch nicht auf, die Rassisten in Eschweiler zu finden. Es gab da ja noch die „Woche gegen Rassismus“ (21.3.-27.3.2016) in unserer Stadt (http://www.ak-gewerkschafter.de/2016/03/15/eschweiler-startet-am-21-maerz-2016-die-woche-gegen-rassismus/) Ne, da finde ich auch nicht wirklich was Konkretes.

Letzter Versuch: http://www.ak-gewerkschafter.de/2015/11/07/lasst-uns-heute-gemeinsam-den-rassistischen-afd-aufmarsch-in-berlin-stoppen/

Na endlich! „Lasst uns heute gemeinsam den rassistischen AFD-Aufmarsch in Berlin stoppen!“ Jetzt gibt das Ganze natürlich Sinn – die AfD als Hort des Rassismus muss bekämpft werden. Und das wird auf dieser Website denn auch gleich erklärt: Da geht es um „BRAUNE SCHEISSE“ (http://www.ak-gewerkschafter.de/2016/04/01/moenchengladbach-stellt-sich-heute-quer-wo-sich-braune-scheisse-ausbreitet-wird-widerstand-zur-pflicht/) (Na stellen Sie sich mal sagen wir ROTE SCHEISSE vor… Jetzt krieg ich das Bild nicht mehr aus dem Kopf.) Weiter wird verlinkt (https://linksunten.indymedia.org/de/node/157720). Da wird uns dann erklärt, worin der Rassismus der AfD besteht. Und wirklich faktenbasiert werden „die Menschenhasser*innen von AfD und Co.“ vorgeführt. „In Berlin uriniert Neonazi Christoph S. in der S-Bahn auf eine Flüchtlingsfamilie: er ist regelmäßig auf Demonstrationen vom Berliner PEGIDA-Ableger „Bärgida“ anzutreffen. Deren Pressesprecher: Heribert Eisenhart, Mitglied der Berliner AfD.“ Jetzt habe ich es. Ein Neonazi benimmt sich so, wie es bei Nazis halt Tradition ist und der Presseprecher einer Organisation, bei deren Veranstaltungen Herr S. mitläuft, ist Mitglied der AfD! Wenn das nicht zwingend ALLES beweist, dann weiß ich auch nicht mehr weiter…

Also ich gebs auf mit dem Internet…

Damit ich nicht missverstanden werde. Eschweiler hat keinen Platz für Rassisten und die AfD schon gar nicht. Aber dazu bedarf es nicht der Ortsschilder (die übrigens auch nicht umsonst sind und von unserem Steuergeld bezahlt werden).

Warum aber stehen sie dann da? Es ist immer wieder derselbe Wirkmechanismus. Man ist nicht in der Lage, wirklich relevante und wichtige Probleme IN ESCHWEILER anzugehen und sucht sich deshalb Themen aus, die jeder gut findet („political correctness“), zu deren Lösung man eigentlich nicht wirklich was tun kann aber trefflich gegen diejenigen benutzen kann, die in irgendeiner beliebigen anderen Sache abweichender (vielleicht sogar politisch unkorrekter!) Meinung sind.

In der DDR ging das so: „Du hast Westfernsehen gesehen. Weißt Du denn nicht, dass das Fernsehen das Sprachrohr der Bonner Ultras ist? Und diese sind gegen den Frieden! Dann bist Du also auch gegen den Frieden! Und Kriegshetzer gehören eingesperrt.“ Und schwups war man in einem Boot mit all den Bösewichtern der westlichen Welt.

Für mich bleiben die Schilder Politiker-Geschwätz auf Metall. Wer wirklich etwas gegen Rassismus tun möchte, der sorge doch z.B. mal für ein Pflegekind oder Patenkind aus Asien oder Afrika! Das tun nämlich einige Mitbürger, von denen nicht wenige der AfD angehören. Zum Beipiel Prof. Jörg Meuthen (Sprecher des Landesverbandes der AfD Baden-Württemberg)(http://www.morgenweb.de/nachrichten/politik/afd-setzt-ganz-auf-die-fluchtlingskrise-1.2488318), der vier Patenkinder in Asien und Afrika unterstützt (und auch noch fünf eigene hat)!

Bernd Reichert
stellv. Sprecher KV AfD Städteregion Aachen

2 Comments

  1. cornelia ruhmich sagt:

    Sie sprechen mir , und auch vielen, die ich kenne, aus dem Herzen. Leider informieren sich einige Menschen nicht richtig über die AfD und sehen nur dass, was ihnen die alteingesessenen etablierten Parteien einsugestieren. Das ist traurig. Natürlich hat die AfD auch einen kleinen Flügel, der sehr rechts orientiert ist. Aber das gehört zu einer gesunden Politik, auch in den eigenen Reihen. Trotz allem sollten diese Mitglieder wirklich lernen, sich etwas zurückzunehmen. Auch schon Bundeskanzler Helmut Schmidt hat schon vor 30 Jahren erkannt, dass Multikulti nicht funktioniert und dies auch in seinen Büchern kund getan. Wurde er dafür als fremdenfeindlich beschimpft? Genscher sah auch keinen Raum für eine solche Ausländerpolitik und selbst Frau Merkel hat . bevor sie Bundeskanzlerin war, geäußert, man müsse gegen Asylmissbrauch kämpfen Aber wie ist dass noch sowohl mit Frau Merkel als auch unsere Lachnummer Schulz “ was interessiert mich denn mein Geschwätz von gestern“.

    Wie dem auch sei, ich bin 55 Jahre alt und werde wohl, wenn ich etwas ändern will, mich zur AfD bekennen.
    Sollten sie Hilfe in der Partei brauchen, melden sie sich. Ich bin gerne bereit, mitzuwirken. Lieber Gruss

  2. Artz Karl Heinz sagt:

    Der erste Einkauf im neuen Jahr war für die junge Blindefrau mit
    einer erschreckenden Erfahrung verbunden..
    Das neue türkische Lebensmittelgeschäft am Markt in Eschweiler wurde zum
    Negativereignis.
    Beim versuch sich im Laden über die draussen feilgebotenen Artikel zu informieren
    wurde sie vom Ladeninhaber des ladens verwiesen.
    Der Grund war offensichlich ihr Blindenführhunde ohne dem
    sie nicht nicht die Mobilität hätte um so ein Geschäft aufzusuchen.
    Der Hinweis der Kassiererin an ihren Chef das Blindenführhunde sonderrechte genießen
    wurde total ignoriert und sie musste den türkischen Laden ohne Einkäufe verlassen
    Am nächsten Tag wurde durch die Eltern der blinden Frau der versuch in dem türkischen Laden unternommen den Ladeninhaber mittels Gleichstellungsgesetztesausdruck eine Klarstellung zu dem tags zuvor unschönen verhalten zu klären.
    Bei dem Versuch ist es geblieben
    Der Ladeninhaber erklärte uns „in mein Geschäft kommt nur der rein den ich rein lasse.“
    Ein Versuch ihn von der deutschen Gesetzeslage zu berichten schlug fehl.
    Mit Mühe konnte ein Ausdruck der Blindenhundzugagsberechtigung ausgehändigt werde.
    Darf man das Tolerieren ?
    Karl Heinz Artz Sandkaulberg 13 52249 Eschweiler

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.