AfD im Dialog

AfD im Dialog

Vorgeschichte:
Herr Claas Engels hat am 1.7.2016 einen Facebook-Beitrag veröffentlicht, in dem er ein Treffen mit Vertretern der AfD in Berlin Mitte schildert. Er vertritt darin die Ansicht, dass diese AfD-Vertreter „keine Antwort gegeben [haben]“. Ich (Bernd Reichert) habe Herrn Engels daraufhin eine Nachricht zugeschickt, in der ich ihn „zum demokratischen Disput“ eingelud, um den Versuch zu unternehmen, seine Fragen zu beantworten.

Herr Engels hat dieses Angebot angenommen und wir haben via Facebook, aber ohne Veröffentlichung der Nachrichten in der Sache heftig, im Ton aber höflich miteinander gestritten.

Wir sind nun übereingekommen, dass wir diese Diskussion öffentlich auf dieser home page führen sollten. Herr Engels und ich möchten damit einen Beitrag zur Versachlichung einer Debatte unter politischen Gegner leisten.

5 Comments

  1. Claas Engels sagt:

    Lieber Herr Reichert,

    zunächst möchte ich Ihnen danken für dieses offene Forum, in dem Sie sich stellen. Ich weiß das sehr wohl zu schätzen und das ist keine Höflichkeitsfloskel.
    Wie bereits erwähnt, vertrete ich nicht die Ansicht, dass ich auf die Frage wie die Alternative für Deutschland politisch wirken will keine Antwort am AfD Stand bekommen habe. Ich HABE sie nicht bekommen. Außer natürlich, Sie sind der Meinung, dass „Politik ist nicht die Aufgabe der Opposition. Das muss die Regierung machen“ und „Wir sind APO im Bundestag“ und „die wollen Krieg mit den Russen“ (diese Aussage kam von einem Freund des AfD Vertreters wohlgemerkt) politisch wirksame Antworten auf die Herausforderungen in unserer Gesellschaft SIND.

    Nun denn. Bitte sagen Sie mir, was die AfD zu einer wirksamen politischen Alternative für Deutschland machen soll. Was ist ihr politisches Angebot. Wie will sie wirken? Warum soll ich Sie/sie wählen?

    Vielen Dank,
    Claas Engels

  2. Claas Engels sagt:

    Viereinhalb Stunden später. Keine Antwort.
    Aber ich kann Sie beruhigen: mir fällt auch nichts ein.

    Viele Grüße,
    Claas Engels

  3. Bernd Reichert sagt:

    Lieber Herr Engels,
    ich kann verstehen, dass Sie gespannt darauf warten, dass ich Ihnen die (AfD-) Welt erkläre. Nur leider bin ich berufstätig und habe Kinder um die ich mich zumindest gelegentlich kümmern muss…
    Die AfD hat ein ausführliches Grundsatzprogramm, dass Sie hier einsehen können:
    https://www.alternativefuer.de/wp-content/uploads/sites/7/2016/06/2016-06-09_afd-grundsatzprogramm-stuttgart_web-version.pdf.

    Aber ich werde versuchen, die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte kurz darzustellen:

    1. Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Wir wollen verhindern, dass unser Land islamisiert wird.
    Ausführlicheres zum Thema Islam habe ich hier dargestellt: http://afd-staedteregion-aachen.de/?p=445

    2. Migrationsproblematik. Wir wollen denjenigen helfen, die unsere Hilfe benötigen. Vorzugsweise dort, wo es am effizientesten geht, in ihrer Heimat. Also Asylberechtigten und Flüchtlingen aus
    Krisengebieten. Wirtschaftsmigranten sollen nach kanadischem oder australischem Modell einwandern dürfen.
    In engem Zusammenhang damit steht das demographische Problem. Das habe ich hier dargestellt: http://afd-staedteregion-aachen.de/?p=337

    3. Der Euro soll durch eine geeignete andere Währungsform abgelöst werden.
    Wichtige Verträge sind nicht eingehalten worden („No-Bail-Out-Klausel“). Das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone ist
    hinter dem von Ländern im Nicht-Euro-Raum zurück geblieben (Norwegen, Schweden, Schweiz). Die Nettoreallohnzuwächse in Deutschland in den Jahren 2000 bis 2013 lagen im Schnitt nahe bei 0%.
    Deutschland hat allein über die Target-Salden bei der EZB über 600 Milliarden Euro Außenstände, die vermutlich abgeschrieben werden müssen.
    Vor allem die starken Nordstaaten sind Verlierer der Euro-Einführung.

    4. Basisdemokratie. Die AfD setzt sich für die Einführung und Stärkung von basisdemokratischen Verfahren wie Volksabstimmungen ein.
    Es kann nicht sein, dass wichtigste, jeden betreffende Entscheidungen durch die Exekutive ohne Legitimation durch das Volk in feudalabsolutistischer Weise durchgedrückt werden.

    5. Radikale Reform der EU oder Austritt. Die EU in ihrer jetzigen Form ist undemokratisch.
    Auch wichtige Entscheidungen werden ohne demokratische Legitimation getroffen.
    Andererseits ist die EU nicht mehr in der Lage, existenzielle Entscheidungen wie die gemeinsame Sicherung des Schengenraumes durchzusetzen. Die EU ist zum Selbstbedienungsladen für ihre
    Parlamentarier und ihre Administration verkommen. Siehe auch z.B. http://www.welt.de/politik/deutschland/article128315011/Das-luxurioese-Leben-von-EU-Abgeordneten.html

    6. Stärkung der Familie. Mehr Geld, mehr Unterstützung für Kinder – egal in welcher „Lebensgemeinschaft“ sie aufwachsen.

    7. Wiederherstellung der inneren Sicherheit. Durch die illegale, unkontrollierte Einwanderung von hundertausenden Migranten ist die Kriminalitätsrate in Deutschland exorbitant angestiegen.
    Siehe dazu z.B. http://www.welt.de/regionales/bayern/article153604564/Immer-mehr-nichtdeutsche-Tatverdaechtige-in-Bayern.html
    Ein anschauliches Beispiel dafür liefert Schweden (http://www.statusquo-news.de/kriminalitaet-in-schweden-anstieg-vergewaltigungen-um-1472-prozent/). Die Anzahl von Vergewaltigungen
    ist seit 1975 um ca. 1500% gestiegen. Dies fällt zusammen mit dem Anstieg der Anzahl von Migranten insbesondere aus muslimischen Ländern.

    8. Eindämmung der „political correctness“, des „Gender“-Unsinns.
    Mein besonderes Anliegen ist vor allem die Bekämpfung des Krebsschadens der sog. „political correctness“. Unter dem Deckmantel des angeblichen Schutzes von Minderheiten und Randgruppen
    werden Informationen zurück gehalten (z.B. die Nationalität von Straftätern) und bisher übliche Sprachtermini („Neger“) bis zur Lächerlichkeit durch Sprachungetüme verdrängt.

    So, da gibt es natürlich noch wesentlich mehr zu sagen, aber jetzt möchte ich Feierabend machen.

    Viele Grüße
    Ihr Bernd Reichert

  4. Claas Engels sagt:

    Ja, lieber Herr Reichert,
    da ist unser öffentlicher Dialog auch schon wieder zu Ende. Ich werde ganz sicher nicht offen und öffentlich mit Menschen diskutieren, die auf das Recht pochen, längst überholte und schlimm rassistische Begriffe wie „Neger“ benutzen zu wollen und das auch noch als politisches Ziel definieren. Und die gleichzeitig behaupten, mit Rassismus nichts zu tun zu haben, aber KV Sprecher einer „Partei“ sind, die Holocaust-Leugner und Antisemiten als gewählte Abgeordnete dulden.
    Sie sind so überholt wie Ihre gesellschaftsvergiftenden, spalterischen Träume von einer Zeit, die es so nicht mehr gibt und die die Vernünftigen in Deutschland auch nicht mehr zulassen werden.
    Tun Sie es Ihrem Parteichef Herrn Meuthen nach und wenden sich ab von der AfD. Hören Sie auf mit dem, was Sie als Politik bezeichnen und gründen doch lieber einen Kulturverein. Gehen Sie mit Flüchtlingen Fußball spielen oder trinken Sie mal mit einem dunkelhäutigen Deutschen ein Glas Wein oder einen Kaffee. Vielleicht schaffen Sie das, ohne ihn/sie „Neger“ nennen zu wollen. Es ist nicht so schwer. Die meisten haben nämlich einfach einen Namen.
    Ich wünsche Ihnen alles Gute und Ihrer toxischen Vereinigung alles erdenklich Schlechte,
    Claas Engels

  5. Bernd Reichert sagt:

    Lieber Herr Engels,

    kurze Nachhilfe (https://de.wikipedia.org/wiki/Neger):
    „Nach dem Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache hat das Wort Neger die Ausgangsbedeutung „Schwarzer“ und ist ein Lehnwort nach dem französischen nègre, das wiederum vom spanischen negro, der Nachfolgeform des Lateinischen niger („schwarz“) kommt.“
    Meine Haltung hierzu können Sie gerne auch da nachlesen: http://afd-staedteregion-aachen.de/?p=441

    Ich bedauere, dass es – wie bisher immer und auch nicht anders zu erwarten – statt zum Disput, wieder zur üblichen Reaktion der Realitätsverweigerer kommt. Anstatt Argumente beizusteuern, werden Unterstellungen und Diffamierungen lanciert. An die Stelle von Fakten wird Glaube gesetzt.

    Meine bester Freund ist Jude und nein, ich spreche meine schwarzen Kollegen nicht mit Neger an. Wir arbeiten einfach zusammen und – Sie werden es kaum glauben – die Hautfarbe spielt dann auch beim gemeinsamen Trunk nach der Arbeit keine Rolle. Warum auch? Was genau wollen Sie mir denn unterstellen?
    Unser Hausarchitekt war Türke (ist leider verstorben) und enger Freund der Familie. Meine eigene familiäre Situation möchte ich hier nicht ausbreiten, aber Sie kennen Sie und behaupten trotzdem etwas anderes.
    Ihre Darstellung ist vor allem eines: ehrabschneidend.

    Ob und wie Herr Prof. Meuthen sich innerhalb der AfD verhält, hat mit meinen Auffassungen und Anschauungen nichts zu tun und wird daran nichts ändern. Wieso auch? Das ist Tagespolitik.
    Aber hier kann man wieder das übliche Schema erkennen: Sie haben die Pressekonferenz von Herrn Meuthen nicht gesehen oder nicht verstanden. Er hat sich keineswegs von der AfD „abgewandt“, sondern ein Zeichen gegen Antisemitismus innerhalb der AfD gesetzt.

    Sie mögen sich auf der Seite des „Guten“ wähnen. Es könnte sich aber erweisen, dass es eher der Ort der Dummen ist.

    Viele Grüße und persönlich alles Gute,
    Bernd Reichert

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