Wieder dröhnen Nachrichten über „steigende Infektionszahlen“ aus allen Kanälen. Ist das die befürchtete zweite Welle? Nein. Stellt man die nackten Zahlen in Relation zu weiteren Faktoren, ergibt sich nämlich ein ganz anderes Bild.
Apropos nackte Zahlen: Auch die Aussagekraft der Testergebnisse selbst ist höchst angreifbar.
So sieht es wirklich aus: Seit der 16. Kalenderwoche (Ostern) sank die Anzahl positiv Getesteter in Deutschland rapide. Vom Ausbruch bei Tönnies im Juni mal abgesehen, geht sie erst seit KW 29 wieder rauf. Was man wissen muss:
Seit KW 25 wird in Deutschland auch immer mehr getestet. Seit dieser Woche explodierte die Testanzahl regelrecht um 154 Prozent auf zuletzt 987.000 Tests – in einer Woche! Logisch:
Die Anzahl positiver Befunde stieg in diesem Zeitraum ebenfalls – allerdings deutlich zurückhaltender, nämlich um nur 63 Prozent auf zuletzt 8.655 Neuinfektionen in sieben Tagen. Noch interessanter wird es, wenn man die absoluten Zahlen in Prozente umrechnet:
In den vergangenen vier Wochen stieg die Anzahl positiv Getesteter von rund 5.600 auf 8.600 Fälle die Woche. Gemessen an der Gesamtzahl der Tests, ist der prozentuale Anteil positiver Testergebnisse allerdings keineswegs gestiegen – er ist sogar gesunken: von 0,98 Prozent auf 0,88 Prozent. So betrachtet, gibt es keinen Grund, erneut in Hysterie zu verfallen. Doch das ist noch nicht alles:
Der Test selbst ist alles andere als zuverlässig. Die Schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte bestätigt in einem Merkblatt zur Covid-Testung vom 20. Mai, dass der hierbei durchgeführte Nachweis der Nukleinsäure „keinen Rückschluss auf das Vorhandensein eines infektiösen Erregers“ gibt. Fakt ist:

Ein positives Testergebnis bedeutet nicht, dass der Betroffene auf jeden Fall infektiös oder erkrankt ist! Der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion NRW,

Dr. Martin Vincentz

, erläutert:

„Positiv ausgewiesene Testergebnisse beweisen nur, dass irgendwo in der Rachenschleimhaut ein kleiner Schnipsel des Virus vorfindbar ist. Diesen Nachweis kann der Test noch bis zu drei Wochen nach der Infektiosität erbringen. Andererseits erkennt er Infektionen in den ersten drei Tagen der Inkubationszeit gar nicht.“
„Es ist daher entscheidend, sich nicht erneut von den nackten Zahlen einschüchtern zu lassen, sondern sie rational zu betrachten. Wenn die verantwortlichen Politiker dies nicht tun, müssen sie sich gefallen lassen, wenn man sagt: Die zweite Welle wird herbeigetestet.“
➡️ zu den Daten des RKI (Seite 12): https://bit.ly/2QqAWTD
➡️ zum Merkblatt von Swissmedic (Pdf-Download): https://bit.ly/2G24fdc
➡️ Dr. Vincentz erklärt Corona-Tests (Rede): https://bit.ly/34CRuQA